Thomas Otte
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‚Many to Many‘ – Digitale Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb

Einer sagt was, alle anderen empfangen seine Nachricht ohne Möglichkeit der Widerrede. Das ist das alte Kommunikationsmodell des ‚One to Many‘ in der Informationstheorie. Es liegt heute längst im goldenen Abendlicht, denn die Situation hat sich grundlegend gewandelt. Auch die Betriebs- und Personalräte stehen am Beginn einer neuen und völlig veränderten Öffentlichkeitsarbeit – und dies vor allem dank der sozialen Medien: ‚Instagram‘, ‚MyView‘, ‚WhatsApp‘, ‚Twitter‘ oder ‚Facebook‘ haben – neben vielen anderen – die kommunikative Situation verwandelt: Viele reden ab jetzt mit vielen …

Die Lage stellt sich dadurch einerseits wesentlich ‚demokratischer‘ dar: Alte Hierarchien wurden eingeebnet, kein Absender zählt mehr als der andere. Es sei denn, er besäße die nötige Akzeptanz und ‚natürliche Autorität‘. Im Kern aber zählen heute nur noch die besseren Argumente. Es regiert das Spiel von Spruch und Widerspruch.

Natürlich bergen diese Zweiwege-Kanäle der ‚Social Media‘ auch Risiken: Fake-News – falsche Nachrichten also – können im Netzwerk spielend leicht verbreitet werden. ‚Bots‘ täuschen eine Relevanz vor, die faktisch gar nicht existiert. Manchmal sabotieren ‚Trolle‘ gezielt jede sachorientierte Diskussion. Der Mensch an sich ist eben nicht gut oder aufgeklärt, sondern allenfalls ‚so lala‘. Trotzdem führt kein Weg an den neuen Kommunikationskanälen vorbei. Wer sich ihnen verweigert, ist so gut wie nicht vorhanden, er liegt im Schatten des Geschehens.

Betriebs- und Personalräte müssen daher, ob sie es wollen oder nicht, ihre Kommunikation für dieses neuartige ‚Feedback‘ freigeben, sie müssen sich auf den Monitor ihrer Zielgruppe begeben und einen Antwort-Kanal öffnen. Wer heute Beschäftigte erreichen will, muss dorthin, wo die sich tummeln. Die Vorteile überwiegen dann: Ortsunabhängig ist jede Frau und jeder Mann jederzeit erreichbar. Die Kommunikation und auch die Abstimmungen untereinander beschleunigen sich, sie erfolgen ‚in Echtzeit‘. Vor allem dann, wenn ein ‚internes Netzwerk‘ aufgebaut wurde. Das wiederum sorgt dafür, dass die Vorteile und Inhalte der neuen Medien nur einem festgelegten Kreis von Menschen zur Kenntnis gelangen.

Rechtlich sind hierbei etliche Vorschriften zu beachten: Zum einen gilt die ‚Loyalitätspflicht‘ und der Grundsatz der ‚Verschwiegenheit‘ in Hinblick auf das eigene Unternehmen. Alles, was im Netz steht, ist zudem urheberrechtlich geschützt. Man darf weder Texte noch Bilder einfach in seine Beiträge per ‚Paste & Copy‘ übertragen. Es sei denn, solche Dokumente wären als ‚Creative Commons‘ oder als ‚Public Domain‘ lizensiert. Dies sind nur zwei von etlichen Problemen, die es beim Sprung ins Netz zu beachten gilt. Mit ihnen beschäftigen sich die folgenden Seminare zur ‚neuen Öffentlichkeitsarbeit‘.

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